colombo³ war nicht geplant, es ist einfach geschehen...

Die Formulierung "wenn Schweine fliegen" beschreibt das Unmögliche, ist die Art zu sagen, dass etwas nie passieren wird. Dies ist ein guter Einstieg zum Unternehmen colombo³.


2004: Der Tsunami

Dezember 2004. Der Tsunami trifft Sri Lanka an einem Sonntagmorgen gegen 9.30 Uhr – ohne Vorwarnung. Die bis zu zehn Meter hohe Welle macht ganze Dörfer dem Erdboden gleich und fast 40.000 Menschen sterben. Wer an der Küste überlebt, hat meist Familienangehörige und seine Existenzgrundlage verloren. Besonders Frauen und Kinder haben keine Zukunftsperspektive nach dem Tsunami. Familien haben ihre Ernährer verloren und Kinder ihre Eltern. Die Bilder der Katastrophe erschüttern die ganze Welt. Martina Lenz ist eine der ersten Helfer vor Ort und betreut besonders Frauen und Kinder medizinisch und psychologisch.

Diesem Einsatz folgten weitere und es kristallisierten sich Möglichkeiten heraus, wie den Menschen in Sri Lanka sinnvoll und nachhaltig zu helfen wäre.


2005: Vereinsgründung

So entstand 2005 der Verein auxilio venire e.V., auf Deutsch: „zu Hilfe kommen“. Im Osten Sri Lankas (Nintavur, Ampara) wurde zunächst Hilfe im Bereich Gesundheitswesen und Bildungssystem angeboten, z. B. Unterstützung beim Wiederaufbau eines Krankenhauses, Schulbauten, Schaffung von Bildungschancen. Bei weiteren Einsätzen und Besuchen vor Ort wuchs die Erkenntnis, dass den Menschen und insbesondere den Frauen vor Ort am besten zu helfen sei, indem man ihnen ermöglicht, eine Ausbildung zu absolvieren und dieses erworbene Wissen produktiv für die eigene Zukunft einzusetzen. Frauen sind aufgrund von Trennungen oder anderen gesellschaftlichen Konventionen in Sri Lanka oft ausgeschlossen und verarmen oder haben durch Bürgerkrieg oder Tsunami ihre Ernährer verloren.

Als nun einige dieser Frauen mit dem Wunsch, arbeiten zu wollen, an Martina Lenz herantraten, überlegten sie gemeinsam, was möglich wäre. Dabei vereinten sich die Tradition der Herstellung von Batikstoffen und Herstellung und Verarbeitung gewebter Stoffe der einheimischen Frauen mit der weiteren Passion von Martina Lenz - das Gestalten von Stoffen, Entwerfen und Nähen von Kleidungsstücken.


2007: Die ersten Produkte

2007 wird das Textil-Projekt "Diriyalanka" gegründet, auf Deutsch: "Hilfe für Sri Lanka", um Frauen beruflich auszubilden, ihnen Arbeit zu geben und ihre Familien zu unterstützen.
Es wird alles daran gesetzt, Wege zu finden, die es den Frauen ermöglichen, aktiv für sich und ihre Familie zu sorgen. Im Süden Sri Lankas sind Näh- und Batikwerkstätten entstanden. Es wurde ein kleines Geschäft aufgebaut, wo die Frauen ihre Waren vor Ort anbieten können. Es entstand ein Ausbildungs- und Arbeitszentrum für 45 Frauen mit angeschlossenem Kindergarten. Die Frauen können hier das Schneidern, Weben, Nähen, Batiken und Flechten erlernen sowie eigene Produkte entwerfen. Im Osten und im Süden Sri Lankas folgten Webereien, die die passenden Stoffe für unsere Produkte herstellen.

Mit unserem Ausbildungs- und Arbeitskonzept im Sinne des Fairen Handels begannen wir, Wege aus der Armut zu beschreiten. Doch an den Konzeptionen des Marketings und der eigentlichen Marktfindung brauchen die Frauen weiterhin Unterstützung. Dies war der Ursprung für den Gedanken, ein eigenes Unternehmen zu gründen und auch den Markt in Deutschland zu "erobern". Denn unser Verein auxilio venire e.V. wollte nicht nur passiv um Spenden bitten und die arme Seite Sri Lankas zeigen, sondern eine Brücke bauen und zeigen, was die Frauen Sri Lankas uns zu geben haben: Individualität - Handarbeit - Kreativität - Improvisationsgeist - Genialität


2011: Unternehmensgründung

Et voilà – colombo³ war geboren. Es wurden Vertriebswege gesucht, ein Kundenstamm aufgebaut und das Produktsortiment erweitert.
2012 erfolgte die Aufnahme in den Lieferantenkatalog des Weltladendachverbands und damit die erste offizielle Anerkennung als Fairhandelsimporteur.
Seit 2013 ist colombo³ Gründungsmitglied im Fair-Band – Verband für fairen Import und Vertrieb e.V.


2015: Die Genossenschaft

Mit der steigenden Nachfrage und dem wachsenden Auftragsvolumen gestaltete sich die Vorfinanzierung der Waren in Sri Lanka - ein Kernelement im Fairen Handel - zunehmend schwierig. Als Einzelunternehmerin stellte sich Martina Lenz zudem die Frage, wie sich colombo³ aufstellen sollte, um für die Frauen in Sri Lanka auch langfristig den Absatz ihrer Produkte zu sichern.
Seit April 2015 firmiert das Unternehmen nun als eingetragene Genossenschaft unter colombo3 Fairer Handel eG - mit einem zweiköpfigen Vorstand und einem dreiköpfigen Aufsichtsrat.


Auf colombo³ sind wir mittlerweile stolz:
Wir, in Sri Lanka und wir, in Deutschland. Es ist eine große Familie geworden.